You are viewing an old revision of this post, from 12. April 2015 @ 23:07:06. See below for differences between this version and the current revision.

BLOG GWÖ-Freiburg regional

© ashumskiy - Fotolia.com

- © ashumskiy - Fotolia.com

Hier ist der regionale Blog des Energiefeldes Freiburg

  1 Jahr nach dem GWÖ-Audit – die mediengenossen eG - 3.6.2015 Die mediengenossen eG ist eine full-service Medienagentur mit Sitz in Freiburg. Vor einem Jahr haben sie sich entschlossen ein GWÖ-Audit bei sich durchzuführen. Heute, ein Jahr später, gibt Dirk Henn, Chef der mediengenossen Auskunft, wie sich die Indikatoren der GWÖ-Matrix seitdem verändert haben.   Marc Baco (ab jetzt MB): Herr Henn (ab jetzt DH), vielen Dank für Ihre Zeit für dieses Interview. Wir orientieren uns an den Indikatoren der GWÖ-Matrix und ich würde Sie bitten, ein paar Takte dazu zu sagen. Fangen wir mit A1 – ETHISCHES BESCHAFFUNGSWESEN an: DH: Das ethische Beschaffungswesen ist ein Bereich, in dem wir eher stark sind. Wo kommen die Sachen her, wo kommt das Geld her, was machen wir mit dem Geld, mit dem wir arbeiten, aber auch: wo kommt das Material her, mit dem wir arbeiten und das wir bei unseren Kunden einsetzen? Da besteht kein großer Handlungsbedarf, weil es da nicht so viel Optimierungspotenzial mehr gibt. Da bräuchte es auch andere Banken, andere Strukturen – bei uns speziell Papier oder Center die Internetdienstleistungen anbieten. Wir arbeiten, wenn wir sehr stark nachhaltig orientiert arbeiten, immer in einem Nischenbereich und man muss mit dem Vorlieb nehmen, was in diesem Nischenbereich an Partnern auch verfügbar ist. Hier hat sich in diesem Jahr nicht viel getan, keine großen Änderungen und auch kein weitergehendes Nachdenken, weil sich hier zurzeit keinen neuen Potenziale auftun. MB: Gibt es so etwas wie eine Beobachtungsliste von Firmen, wenn solche potenziellen Partner auftauchen würden, mit denen man dann zusammenarbeiten könnte? DH: Wir sind gut vernetzt und jeder von uns schaut, was es in diesem Bereich an Neuem gibt. MB: Kommen wir zu B1 – ETHISCHES FINANZMANAGEMENT. DH: Klar haben wir da die GLS Bank, aber anderseits ist es schade, dass andere Teilnehmer da nicht so mitziehen. Insofern gab es da bei uns keine Veränderungen. MB: Kommen wir zu C1 – Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung. DH: Ja, da haben wir damals beim GWÖ-Audit festgestellt, dass wir gar nicht so gut mit uns umgehen, wie wir eigentlich dachten. Nicht in dem Sinne, dass da ein Bio-Früchtekorb steht, von dem keiner essen will, sondern dass wir in der Arbeitsorganisation auf Umsatz verzichtet haben und ein Mitarbeiter gegangen ist, den wir nicht ersetzt haben, damit wir arbeitstechnisch einen Gang runterschalten können, um weniger Stress zu haben. Auch haben wir weniger Umsatz und Auftragsvolumen jetzt – quasi haben wir das Ergebnis des Audits „um die Ecke aufgegriffen“, um uns etwas zu entlasten. MB: Im Indikator C1 ist auch Gleichstellung groß geschrieben. Wie sieht es damit aus und der Vereinbarkeit von Job und Kindern? DH: Das Thema war von jeher bei uns als Eigentümergenossenschaft mit drin und wichtig. Die Mitarbeiter lösen das für sich und wir machen es auch möglich. Da haben wir eine Bandbreite, in der sich die Mitarbeiter frei bewegen können [um Job und Kinder zu vereinbaren]. MB: C2 – GERECHTE VERTEILUNG DER ERWERBSARBEIT heißt der nächste Indikator. DH: Wir arbeiten alle Teilzeit und tragen alles gemeinsam von der Grundstrukturierung der Genossenschaft her. Wir haben einen Grundlohn bei 20 h (als 50%) und von dem aus bewegt sich das Lohngefüge linear nach oben und unten. Bei „normalen“ Medienagenturen würden die Arbeit 2 Leute machen mit Überstunden, um Sozialversicherungsbeiträge zu sparen. Und da stecken wir eben 4 Leute rein, die davon „milde“ leben können. MB: C3 – ÖKOLOGISCHES VERHALTEN DER MITARBEITER kommt als nächstes. DH: Wir haben hier jetzt kein offizielles Programm dafür. Wir waren da eh schon stark drin. Wir kommen alle mit dem Fahrrad, manchmal mit dem Roller. MB: C4 – GERECHTE EINKOMMENSVERTEILUNG haben wir oben schon in C 2 mit abgehandelt. Wie sieht es mit C5 – INNERBETRIEBLICHE DEMOKRATIE UND TRANSPARENZ aus? DH: Wir sind ja eine Genossenschaft und alle Genossen. Natürlich treffe ich als Chef die alltäglichen Entscheidungen, aber bei größeren Entscheidungen, die ich auch allein treffen könnte, hole ich die anderen mit ins Boot – aber das wir immer schon so. MB: Sind allen Mitarbeitern die aktuellen Umsatzzahlen etc. bekannt und zugänglich? DH: Ja, auch schon oft aus genossenschaftsrechtlichen Gründen. Auch die steuerrechtlichen Zahlen des Steuerberaters. Eine Genossenschaft ist meines Erachtens die am schärfsten überwachte Unternehmensform. MB: D1 – ETHISCHE KUNDENBEZIEHUNG. DH: Wie wir mit Kunden umgehen hat bei uns eine ziemliche Bandbreite: Kunden, die Geld haben, Kunden, die wenig Geld haben und Kunden, die kein Geld haben. Mit allen versuchen wir Hand in Hand zu gehen. Also Aufträge mit no budget, low budget und budgetierte Aufträge geben wir die gleichen Möglichkeiten und Lösungen. Andererseits suchen wir uns auch Kunden, die ethisch handeln oder etwas „Gutes“ machen und unterstützen diese, indem wir für die Werbung machen – da halten wir ganz aktiv Ausschau. MB: Nächster Indikator ist D2 – SOLIDARITÄT MIT MITUNTERNEHMEN. DH: Wir haben bisher noch keine Mitunternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten. Wir haben uns da noch wenig Gedanken darüber gemacht. MB: D3 – ÖKOLOGISCHE GESTALTUNG DER PRODUKTE & DIENSTLEISTUNGEN kommt als nächste. DH: Es bleibt hier schwierig. Wir können hier auch oft nicht so, wie wir wollen, weil sonst das Budget des Kunden massiv überschritten würde. Das liegt aber an der Branche und den Branchengegebenheiten wie wir es oben schon besprochen haben. Da spielen dann oft die Kunden nicht mit. Wir sind da schon sehr engagiert und weißen auf Druckmaschinen mit umweltgerechten Farben hin, aber dafür sind unsere Aufträge auch zu klein, damit sich z. B. das Umrüsten der Druckmaschine auf umweltgerechte Farben für unsere Dienstleister lohnen würde. MB: D4 – SOZIALE GESTALTUNG DER PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN. DH: Da haben wir leider gar nichts zu bieten, weil wir da zu low-budget sind. Hier hat sich seit der Auditierung auch nichts geändert. MB: Es war aber auch kein Kundeninteresse dafür da, oder? DH: Null, gar nicht. MB: Ebenso bei D5 – ERHÖHUNG DES SOZIALEN UND ÖKOLOGISCHEN BRANCHENSTANDARDS? Nehmt ihr Einfluss in Verbänden oder in der Diskussion? DH: Nein, dafür sind wir zu klein. MB: E1 ist SINN UND GESELLSCHAFTLICHE WIRKUNG DER PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN. DH: Die Sinnfrage stellen wir uns auch immer wieder. Wir diskutieren zwar intern darüber, aber damit hat sich’s dann auch. Natürlich beraten wir unsere Kunden dahin, aber wenn es der Kunde dann nicht will und nicht macht, dann macht er es halt nicht. MB: E2 – BEITRAG ZUM GEMEINWESEN? DH: Ja, unsere low- und no budget Sachen, die wir machen, aber auch schon allein das GWÖ-Audit zu machen, ist unser wichtigster Beitrag zum Gemeinwesen. MB: E3 – REDUKTION ÖKOLOGISCHER AUSWIRKUNGEN haben wir schon oben beim Beispiel mit den ökologischen Farben angesprochen. DH: Da achten wir intern schon darauf bei unseren Geräten, die wir benutzen. Wir haben auch kein Auto. Hier das Gebäude, in dem wir unseren Sitz haben, gibt uns wenig Gestaltungsspielraum: der Strom und die Wärme wird pauschal abgerechnet zusammen den andren hier ansässigen Firmen. Es ist ein alter 70er Jahre Bau mit entsprechend schlechter Isolierung und Verarbeitung, der der Stadt Freiburg gehört. Da haben wir insgesamt wenig bis keinen Einfluss darauf, außer irgendwann woanders hinzugehen. MB: E4 – GEMEINWOHLORIENTIERTE GEWINNVERTEILUNG? DH: Wir versuchen da ganz einfach unser Einkommen zu erwirtschaften und Geld zu haben für die oben beschriebenen Maßnahmen. MB: E5 – GESELLSCHAFTLICHE TRANSPARENZ UND MITBESTIMMUNG? DH: Das ist durch die Genossenschaftssatzung schon überwiegend gegeben. MB: So mal in der globalen Rückschau „1 Jahr nach dem GWÖ-Audit“ – was hat sich für euch verändert? DH: Es gab zum Glück keinen Rückschritt. Leider auch wenig Weiterentwicklung. Wichtig war für uns bewusst weniger Umsatz zu machen, um uns nicht weiter selbst auszubeuten und damit auch weniger Druck zu haben, was unsere Arbeitsqualität enorm verbessert hat. Das war eine direkte Auswirkung der GWÖ-Auditierung, die das ganz klar aufgedeckt hatte. Jeder hat sein Auskommen, jeder profitiert von dieser Ausrichtung. MB: Wie habt ihr euch beim GWÖ-Audit damals gefühlt? DH: In einigen Punkten anregend. In einigen langatmig. Es war schön, engagierten Leuten gegenüber zu sitzen, die einen durch den Prozess führen. Aber auch ernüchternd, wie wenig wir gerade machen (können). Und es ist ganz schön aufwendig … MB: Vielen Dank für die ehrlichen und ausführlichen Antworten!   Mediengenossen eG Wippertstr. 2 79100 Freiburg Tel.: 0761 – 888 690 98 info@mediengenossen.de www.mediengenossen.de    

Revisions

Revision Differences

12. April 2015 @ 23:07:06Current Revision
Title
BLOG GWÖ-Freiburg regional  BLOG GWÖ-Freiburg
Content
<a href="http:// freiburg.gwoe.net/files/2015/ 04/Fotolia_54953351_ Subscription_ Monthly_M-Blog- e1428872751968.jpg"><img class="size-medium wp-image-304" src="http://freiburg.gwoe.net/ files/2015/04/ Fotolia_54953351_ Subscription_ Monthly_M-Blog- 300x198.jpg" alt="© ashumskiy - Fotolia.com " width="300" height="198" /></a> © ashumskiy - Fotolia.com  <a href="http:// freiburg.gwoe.net/files/2015/ 04/Fotolia_54953351_ Subscription_ Monthly_M-Blog- e1428872751968.jpg"><img class="size-medium wp-image-304" src="http://freiburg.gwoe.net/ files/2015/04/ Fotolia_54953351_ Subscription_ Monthly_M-Blog- 300x198.jpg" alt="© ashumskiy - Fotolia.com " width="300" height="198" /></a> - © ashumskiy - Fotolia.com
<h1 style="text-align: center">Hier entsteht der regionale Blog des Energiefeldes Freiburg</h1>  <h1 style="text-align: center">Hier ist der regionale Blog des Energiefeldes Freiburg</h1>
  &nbsp;
  <strong>1 Jahr nach dem GWÖ-Audit – die mediengenossen eG - 3.6.2015
  </strong>
  Die mediengenossen eG ist eine full-service Medienagentur mit Sitz in Freiburg. Vor einem Jahr haben sie sich entschlossen ein GWÖ-Audit bei sich durchzuführen.
  Heute, ein Jahr später, gibt Dirk Henn, Chef der mediengenossen Auskunft, wie sich die Indikatoren der GWÖ-Matrix seitdem verändert haben.
  &nbsp;
  Marc Baco (ab jetzt <strong>MB</strong>): Herr Henn (ab jetzt <strong>DH</strong>), vielen Dank für Ihre Zeit für dieses Interview. Wir orientieren uns an den Indikatoren der GWÖ-Matrix und ich würde Sie bitten, ein paar Takte dazu zu sagen. Fangen wir mit A1 – ETHISCHES BESCHAFFUNGSWESEN an:
  <strong>DH</strong>: Das ethische Beschaffungswesen ist ein Bereich, in dem wir eher stark sind. Wo kommen die Sachen her, wo kommt das Geld her, was machen wir mit dem Geld, mit dem wir arbeiten, aber auch: wo kommt das Material her, mit dem wir arbeiten und das wir bei unseren Kunden einsetzen?
  Da besteht kein großer Handlungsbedarf, weil es da nicht so viel Optimierungspotenzial mehr gibt. Da bräuchte es auch andere Banken, andere Strukturen – bei uns speziell Papier oder Center die Internetdienstleistungen anbieten. Wir arbeiten, wenn wir sehr stark nachhaltig orientiert arbeiten, immer in einem Nischenbereich und man muss mit dem Vorlieb nehmen, was in diesem Nischenbereich an Partnern auch verfügbar ist.
  Hier hat sich in diesem Jahr nicht viel getan, keine großen Änderungen und auch kein weitergehendes Nachdenken, weil sich hier zurzeit keinen neuen Potenziale auftun.
  <strong>MB</strong>: Gibt es so etwas wie eine Beobachtungsliste von Firmen, wenn solche potenziellen Partner auftauchen würden, mit denen man dann zusammenarbeiten könnte?
  <strong>DH</strong>: Wir sind gut vernetzt und jeder von uns schaut, was es in diesem Bereich an Neuem gibt.
  <strong>MB</strong>: Kommen wir zu B1 – ETHISCHES FINANZMANAGEMENT.
  <strong>DH</strong>: Klar haben wir da die GLS Bank, aber anderseits ist es schade, dass andere Teilnehmer da nicht so mitziehen. Insofern gab es da bei uns keine Veränderungen.
  <strong>MB</strong>: Kommen wir zu C1 – Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung.
  <strong>DH</strong>: Ja, da haben wir damals beim GWÖ-Audit festgestellt, dass wir gar nicht so gut mit uns umgehen, wie wir eigentlich dachten. Nicht in dem Sinne, dass da ein Bio-Früchtekorb steht, von dem keiner essen will, sondern dass wir in der Arbeitsorganisation auf Umsatz verzichtet haben und ein Mitarbeiter gegangen ist, den wir nicht ersetzt haben, damit wir arbeitstechnisch einen Gang runterschalten können, um weniger Stress zu haben. Auch haben wir weniger Umsatz und Auftragsvolumen jetzt – quasi haben wir das Ergebnis des Audits „um die Ecke aufgegriffen“, um uns etwas zu entlasten.
  <strong>MB</strong>: Im Indikator C1 ist auch Gleichstellung groß geschrieben. Wie sieht es damit aus und der Vereinbarkeit von Job und Kindern?
  <strong>DH</strong>: Das Thema war von jeher bei uns als Eigentümergenossenschaft mit drin und wichtig. Die Mitarbeiter lösen das für sich und wir machen es auch möglich. Da haben wir eine Bandbreite, in der sich die Mitarbeiter frei bewegen können [<em>um Job und Kinder zu vereinbaren</em>].
  <strong>MB</strong>: C2 – GERECHTE VERTEILUNG DER ERWERBSARBEIT heißt der nächste Indikator.
  <strong>DH</strong>: Wir arbeiten alle Teilzeit und tragen alles gemeinsam von der Grundstrukturierung der Genossenschaft her. Wir haben einen Grundlohn bei 20 h (als 50%) und von dem aus bewegt sich das Lohngefüge linear nach oben und unten. Bei „normalen“ Medienagenturen würden die Arbeit 2 Leute machen mit Überstunden, um Sozialversicherungsbeiträge zu sparen. Und da stecken wir eben 4 Leute rein, die davon „milde“ leben können.
  <strong>MB</strong>: C3 – ÖKOLOGISCHES VERHALTEN DER MITARBEITER kommt als nächstes.
  <strong>DH</strong>: Wir haben hier jetzt kein offizielles Programm dafür. Wir waren da eh schon stark drin. Wir kommen alle mit dem Fahrrad, manchmal mit dem Roller.
  MB: C4 – GERECHTE EINKOMMENSVERTEILUNG haben wir oben schon in C 2 mit abgehandelt. Wie sieht es mit C5 – INNERBETRIEBLICHE DEMOKRATIE UND TRANSPARENZ aus?
  <strong>DH</strong>: Wir sind ja eine Genossenschaft und alle Genossen. Natürlich treffe ich als Chef die alltäglichen Entscheidungen, aber bei größeren Entscheidungen, die ich auch allein treffen <em>könnte</em>, hole ich die anderen mit ins Boot – aber das wir immer schon so.
  <strong>MB</strong>: Sind allen Mitarbeitern die aktuellen Umsatzzahlen etc. bekannt und zugänglich?
  <strong>DH</strong>: Ja, auch schon oft aus genossenschaftsrechtlichen Gründen. Auch die steuerrechtlichen Zahlen des Steuerberaters. Eine Genossenschaft ist meines Erachtens die am schärfsten überwachte Unternehmensform.
  <strong>MB</strong>: D1 – ETHISCHE KUNDENBEZIEHUNG.
  <strong>DH</strong>: Wie wir mit Kunden umgehen hat bei uns eine ziemliche Bandbreite: Kunden, die Geld haben, Kunden, die wenig Geld haben und Kunden, die kein Geld haben. Mit allen versuchen wir Hand in Hand zu gehen. Also Aufträge mit no budget, low budget und budgetierte Aufträge geben wir die gleichen Möglichkeiten und Lösungen.
  Andererseits suchen wir uns auch Kunden, die ethisch handeln oder etwas „Gutes“ machen und unterstützen diese, indem wir für die Werbung machen – da halten wir ganz aktiv Ausschau.
  <strong>MB</strong>: Nächster Indikator ist D2 – SOLIDARITÄT MIT MITUNTERNEHMEN.
  <strong>DH</strong>: Wir haben bisher noch keine Mitunternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten. Wir haben uns da noch wenig Gedanken darüber gemacht.
  <strong>MB</strong>: D3 – ÖKOLOGISCHE GESTALTUNG DER PRODUKTE &amp; DIENSTLEISTUNGEN kommt als nächste.
  <strong>DH</strong>: Es bleibt hier schwierig. Wir können hier auch oft nicht so, wie wir wollen, weil sonst das Budget des Kunden massiv überschritten würde. Das liegt aber an der Branche und den Branchengegebenheiten wie wir es oben schon besprochen haben. Da spielen dann oft die Kunden nicht mit.
  Wir sind da schon sehr engagiert und weißen auf Druckmaschinen mit umweltgerechten Farben hin, aber dafür sind unsere Aufträge auch zu klein, damit sich z. B. das Umrüsten der Druckmaschine auf umweltgerechte Farben für unsere Dienstleister lohnen würde.
  <strong>MB</strong>: D4 – SOZIALE GESTALTUNG DER PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN.
  <strong>DH</strong>: Da haben wir leider gar nichts zu bieten, weil wir da zu low-budget sind. Hier hat sich seit der Auditierung auch nichts geändert.
  <strong>MB</strong>: Es war aber auch kein Kundeninteresse dafür da, oder?
  <strong>DH</strong>: Null, gar nicht.
  <strong>MB</strong>: Ebenso bei D5 – ERHÖHUNG DES SOZIALEN UND ÖKOLOGISCHEN BRANCHENSTANDARDS? Nehmt ihr Einfluss in Verbänden oder in der Diskussion?
  <strong>DH</strong>: Nein, dafür sind wir zu klein.
  <strong>MB</strong>: E1 ist SINN UND GESELLSCHAFTLICHE WIRKUNG DER PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN.
  <strong>DH</strong>: Die Sinnfrage stellen wir uns auch immer wieder. Wir diskutieren zwar intern darüber, aber damit hat sich’s dann auch. Natürlich beraten wir unsere Kunden dahin, aber wenn es der Kunde dann nicht will und nicht macht, dann macht er es halt nicht.
  <strong>MB</strong>: E2 – BEITRAG ZUM GEMEINWESEN?
  <strong>DH</strong>: Ja, unsere low- und no budget Sachen, die wir machen, aber auch schon allein das GWÖ-Audit zu machen, ist unser wichtigster Beitrag zum Gemeinwesen.
  <strong>MB</strong>: E3 – REDUKTION ÖKOLOGISCHER AUSWIRKUNGEN haben wir schon oben beim Beispiel mit den ökologischen Farben angesprochen.
  <strong>DH</strong>: Da achten wir intern schon darauf bei unseren Geräten, die wir benutzen. Wir haben auch kein Auto.
  Hier das Gebäude, in dem wir unseren Sitz haben, gibt uns wenig Gestaltungsspielraum: der Strom und die Wärme wird pauschal abgerechnet zusammen den andren hier ansässigen Firmen. Es ist ein alter 70er Jahre Bau mit entsprechend schlechter Isolierung und Verarbeitung, der der Stadt Freiburg gehört. Da haben wir insgesamt wenig bis keinen Einfluss darauf, außer irgendwann woanders hinzugehen.
  <strong>MB</strong>: E4 – GEMEINWOHLORIENTIERTE GEWINNVERTEILUNG?
  <strong>DH</strong>: Wir versuchen da ganz einfach unser Einkommen zu erwirtschaften und Geld zu haben für die oben beschriebenen Maßnahmen.
  <strong>MB</strong>: E5 – GESELLSCHAFTLICHE TRANSPARENZ UND MITBESTIMMUNG?
  <strong>DH</strong>: Das ist durch die Genossenschaftssatzung schon überwiegend gegeben.
  <strong>MB</strong>: So mal in der globalen Rückschau „1 Jahr nach dem GWÖ-Audit“ – was hat sich für euch verändert?
  <strong>DH</strong>: Es gab zum Glück keinen Rückschritt. Leider auch wenig Weiterentwicklung. Wichtig war für uns bewusst weniger Umsatz zu machen, um uns nicht weiter selbst auszubeuten und damit auch weniger Druck zu haben, was unsere Arbeitsqualität enorm verbessert hat. Das war eine direkte Auswirkung der GWÖ-Auditierung, die das ganz klar aufgedeckt hatte.
  Jeder hat sein Auskommen, jeder profitiert von dieser Ausrichtung.
  <strong>MB</strong>: Wie habt ihr euch beim GWÖ-Audit damals gefühlt?
  <strong>DH</strong>: In einigen Punkten anregend. In einigen langatmig. Es war schön, engagierten Leuten gegenüber zu sitzen, die einen durch den Prozess führen. Aber auch ernüchternd, wie wenig wir gerade machen (können). Und es ist ganz schön aufwendig …
  <strong>MB</strong>: Vielen Dank für die ehrlichen und ausführlichen Antworten!
  &nbsp;
  Mediengenossen eG
  Wippertstr. 2
  79100 Freiburg
  Tel.: 0761 – 888 690 98
  info@mediengenossen.de
  <a href="http:// www.mediengenossen.de" target="_blank" >www.mediengenossen.de</a>
  &nbsp;
  &nbsp;

Note: Spaces may be added to comparison text to allow better line wrapping.

No comments yet.

Schreibe einen Kommentar